Tag 1 „Vom No-Name-Autor zum Doku-Film“

Wie alles begann

Den Gedanken, ein Buch zu schreiben, hatte ich schon lange. Sehr lange, um genau zu sein. Dabei sollte es kein Roman werden, sondern ein Mutmacher.
Er sollte davon erzählen, wie ich in den Schlamassel namens „Privatinsolvenz geschlittert war. Quasi als Warnung an andere Menschen, denen leicht dasselbe passieren könnte.
Und dann passierte das, was man Leben nennt.
Die Ereignisse überschlugen sich und ich stand vor Aufgaben, denen ich mich stellen und die ich meistern musste. Irgendwie.

Es kam ein Punkt, an dem ich dachte: „Schlimmer kann es in einem einzigen Leben nicht mehr kommen. JETZT kannst Du Deinen Mutmacher schreiben. Und zwar überzeugender denn je!“

Das war 2010.

Voll geplant ist fast gewonnen

Da ich aber ein Mensch bin, der sehr gerne plant und Dinge möglichst strukturiert angeht, war für mich klar, dass ich dieses Buch nicht einfach nur schreiben will. Ich wollte auch, dass es sich weit verbreitet, möglichst großflächig streut und viele Menschen erreicht.
Und als ich mir bei meinen allerersten Recherchen die Zahlen-Daten-Fakten zum Buchmarkt ansah, musste ich schlucken: jährlich ca. 100.000 Neuerscheinungen. Und durch die Ebooks werden es immer mehr!
Ernüchternd zwar, für mich jedoch kein Grund, meinen Plan ungetan an den Nagel zu hängen. Im Gegenteil.
Ich legte mir Marketing-Fachliteratur zu und studierte sie regelrecht 1 ½ Jahre lang. Exzerpierte, notierte mir Konzepte und wandelte sie für meine ganz individuelle Bucherscheinung ab.

Zusätzlich zum passenden Marketing kam für mich die Frage auf, ob ich bei konventionellen Verlagen Klinken putzen gehen oder es lieber auf dem Weg des Selfpublishings versuchen sollte.
Beides hatte offensichtlich seine Vor-, aber auch seine Nachteile.
Schlussendlich überwogen für mich die Vorteile des Selfpublishings, allein schon deshalb, weil ich auf diesem Weg sämtliche Rechte und Kontrollen an meinem Werk behalten konnte. Immerhin sollte es meine höchstpersönliche Biographie werden – da lasse ich mir doch nicht reinpfuschen und mich beispielsweise auf eine Seitenzahl begrenzen!
Gleichfalls war ich ab diesem Zeitpunkt für alles, was den Buchentstehungsprozess betrifft, selbst verantwortlich. Solche Dinge wie Lektorat, Korrektorat, Layout und Cover-Gestaltung, vor allem aber auch den Bereich der Vermarktung würde ich eigenverantwortlich organisieren und auch finanzieren müssen.
Und das würde das größte Hindernis sein, das es zu allererst zu überwinden galt: woher sollte ich das Geld nehmen?

Wer will, findet Wege

Und dann war da mein Mann, der mir immer wieder von sogenannten CrowdFunding-Plattformen vorschwärmte, bei denen er sporadisch Projekte von jungen und kreativen Entwicklern finanziell unterstützte. Und er freute sich dann tierisch, wenn diese realisiert werden konnten.
DAS war DIE Lösung: CrowdFunding! Das projektgebundene Einsammeln von Geld, mit Hilfe dessen Ideen verwirklicht werden können; von Menschen, die gerne ihr eigenes Ding machen wollen.
Wie geschaffen für meinen Traum von der eigenen Biographie, unabhängig von Verlagsvorgaben und Kompromiss-Verträgen.
Also machte ich mich auf die Suche nach verschiedenen Anbietern und entschied mich letzten Endes für StartNext.
Auch hier kostete es nicht wenig Zeit, mich in die Programmstruktur hineinzufuchsen und bei erfolgreich abgeschlossenen Projekten zu recherchieren, wie man sein eigenes am besten aufbaut, um die größtmögliche Chance auf Realisierung zu haben.

Und so entwarf ich mein CrowdFunding-Projekt „Mit dem Gesicht zur Sonne“, drehte ein Vorstellungsvideo (HIER anschauen)

kaufte die Gema-Rechte für die Musik, erstellte Kostenkalkulationen und Dankeschön-Pakete für die Unterstützer und startete am 1.2.2013 meine Kampgane mit dem Ziel, 6.000 Euro in 3 Monaten zu erhalten. Hiervon sollte alles finanziert werden können, inkl. dem Anwalt, der mein Manuskript auf eventuelle Persönlichkeits-Rechts-Verletzungen überprüfen sollte. Immerhin spielen in meinem Buch teils noch lebende Personen eine nicht unerhebliche Rolle!

Der Name fürs Buch wurde übrigens im Rahmen einer Facebook-Umfrage bestimmt, in der ich mehrere Varianten zur Auswahl gab.
Denn: bereits zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits meine Fanpage bei Facebook und hielt alle um mich herum über den Entstehungsprozess auf dem Laufenden. Nicht wissend, ob überhaupt alles so klappen würde, wie ich es mir vorstellte. Die Seite zum Buch hatte ich am 21.12.2012 aufgesetzt – also noch weit vor dem CrowdFunding-Start und noch viel weiter vor der Buchveröffentlichung!

Der Trip durch den Selfpublishing-Dschungel

Die Strategie zu entwickeln, wie ich alles finanziere, war nur die eine Hälfte der Gesamtplanung. Jetzt musste ich mir konkret klar darüber werden, bei welchem Selfpublishing-Anbieter ich veröffentlichen wollte. Und da gab es eine Menge, die zur Auswahl standen.
Also eröffnete ich ein stinknormales Excel-Dokument, trug in die Zeilen die Anbieter ein und in die Spalten die Dinge, die mir für meine Veröffentlichung wichtig waren. Hierzu zählte z. B. auch, dass mein Buch über den Buchhandel bestellbar wäre, ohne dass die Einkäufer vor Ort die Nase rümpfen. Dies war – ich muss es leider sagen – bei Vorab-Anfragen in den Handlungen bei BOD z. B. der Fall. „Bücher von denen legen wir uns grundsätzlich nicht ins Regal“, bekam ich tatsächlich überall zu hören.
Es lohnt also auch hier schon im Vorfeld, sich mit den Buchhändlern zu unterhalten, wenn man sein Buch gerne in den Auslagen sehen möchte.

Meine Wahl fiel auf tredition, was ich bis heute keinen Tag bereut habe. Eine kleine, sehr persönliche und dazu noch kompetente Truppe mit Sitz in Hamburg, die mir geduldig jede meiner vielen Fragen beantworteten und gefühlt rund um die Uhr für mich erreichbar waren.
Tredition bekam also den Zuschlag für die gedruckten Bücher, Amazon und XinXii sollten die Distribution meines Ebooks übernehmen.

Erste Erfolge geben Motivation

Dabei war mein Skript gerade einmal zu 2/3 roh geschrieben und noch völlig unlektoriert. Aber ich war bereit, Unmengen an Zeit und Energie zu investieren, um mein eigenes Buch am 1.6.2013 in den Händen halten zu können und das CrowdFunding-Projekt erfolgreich abzuschließen.
Das war mein Ziel!

Nach 28 Stunden waren die benötigten 75 Fans auf StartNext zusammengetrommelt, die ich bei der Plattform vorweisen musste, um in die „heiße“ Finanzierungsphase wechseln zu dürfen.
Das war ein Motivationsschub für mich und bestätigte mich darin, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Hier der Link zu meinem Projekt, falls sich jemand anschauen möchte, wie ich es gestaltet hatte: https://www.startnext.com/mit-dem-gesicht-zur-sonne

 

Morgen erzähle ich Dir, wie ich Presseberichte bekam, nur mit meiner Idee im Kopf und ohne eine einzige fertige Buchseite zu haben. Und dass Du offen und ehrlich mit Menschen reden solltest, damit Du Hilfe erhältst.

 

(Dieser Text erscheint außerdem auf den Facebook-Fanpages „Dein Bucherfolg“ www.facebook.com/deinbucherfolg sowie auf „Mit dem Gesicht zur Sonne“ www.facebook.com/MitDemGesichtZurSonne )

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